Dr. med. Johannes Quercetti
Dr. med. Johannes Quercetti

Möglichkeiten der nicht operativen Therapie bei Arthrose und Gelenkschmerz

Bei Arthrose handelt es sich um eine Schädigung des Gelenkknorpels, welche langsam und schleichend auftritt.

Im Endstadium einer Arthrose findet sich fast kein Gelenkknorpel mehr im Gelenk. Es reibt Knochen auf Knochen.

Die Arthrose muß abgegrenzt werden vom Knorpelschaden, welcher bei einem Unfall auftreten kann und auf einen kleinen Anteil der Gelenkfläche begrenzt ist.

Unbehandelt kann dieser Schaden später zur Arthrose führen.

 

Beschreibung: C:\Users\johannes\Desktop\Images\Sander, Franziska 99991231 115959 - 271120 1.bmpArthroskopisches Bild eines gesunden Kniegelenkknorpels , mittig gesunder Innenmeniskus. Man beachte die glatten, spiegelnden Oberflächen.

 

Bild eines defekten Kniegelenkknorpels. Reparabel.

 

Bild einer Arthrose am Knie (vor Einsetzen einer Knieprothese), glatt abgeschliffener Knorpel. Wieder gleiche Stelle am Kniegelenk wie oben.

 

Deswegen unterscheidet sich die Therapie bei Arthrose in vielen Punkten zur Therapie bei Knorpelschäden.

Knorpelschäden können operativ repariert werden, eine Arthrose kann nur in Ihrem Fortschreiten aufgehalten oder verlangsamt werden. Später ist eine Gelenkprothese nötig.

In diesem kurzen Artikel soll es ausschließlich um die Arthrosetherapie gehen. Knorpeltransplantation und andere Therapien bei Knorpelschäden werde ich in einem  getrennten Artikel behandeln.

 

Arthrose kann prinzipiell an allen Gelenken auftreten.

Sie beginnt mit Belastungsschmerz geht in Ruheschmerz und quälenden Nachtschmerz über und endet in der Versteifung des Gelenks.

Besonders an Schulter, Hüfte und Knie ist die Arthrose jedoch einer effektiven Therapie zugänglich.

 

Was sind die Ursachen für eine Arthrose?

Lebenslange Überbelastung eines Gelenkes.

Fehlanlage des Gelenkes

Achsfehler, v.a. im Kniebereich. X oder O - Bein

Knorpelschaden durch Unfall in der Vergangenheit

Übergewicht spielt v.a. bei Kniegelenksarthrosen eine Rolle.

Familiäre Veranlagung

 

Wie geht man bei Gelenkschmerzen vor?

Zunächst wird eine Röntgenaufnahme angefertigt. Mit Hilfe der Röntgenaufnahme kann grob das Arthrosestadium eingegrenzt werden.

Bleiben noch Fragen zum Gelenk offen, so können diese mit einer Magnetresonanztomographie ( MRT oder Kernspinn) geklärt werden.

Am Kniegelenk sollten noch mit einer Ganzbeinröntgenaufnahme im Stand die Achsverhältnisse geklärt werden.

Selten ist eine zusätzliche Gelenkspiegelung nötig.

Anhand der oben genannten Untersuchungen kann nun das weitere Vorgehen geplant werden.

Manchmal, wenn eine Gelenkfehlanlage vorliegt, ist es möglich ein Fortschreiten der Arthrose durch einen operativen Eingriff am betreffenden Gelenk zu unterbinden.

In den Fällen, bei welchen Schmerzen vorliegen, aber noch kein eindeutiger Grund besteht eine Gelenkprothese zu empfehlen, wird zunächst konservativ behandelt.

Konservativ behandeln bedeutet, zu versuchen, das Gelenk mittels nicht operativer Methoden zu erhalten.

 

Welche konservativen Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Da ein Gelenk und dessen Knorpel auf Bewegung angewiesen sind, steht zunächst die krankengymnastische Beübung als Basistherapie im Vordergrund.

Diese dient zum Erhalt der Muskulatur und zur Verhinderung von Fehlstellungen, bzw. zur Vermeidung von Bewegungseinschränkungen.

Die Möglichkeit einer Schuheinlagenversorgung bei Kniegelenksarthrosen und der Fersenweichlagerung bei Hüftgelenksarthrosen sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Hinzu kommt die Versorgung zum Beispiel mit einem einfachen Gehstock, welcher sehr hilfreich sein kann oder die Versorgung mit speziellen Schienen am Knie.

Hinzu kommt die Versorgung mit einem handelsüblichen Schmerzmittel wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen oder Salbenverbänden aus diesen Stoffen.

Damit wäre die Basisversorgung komplett.

Eine Verlangsamung des Arthroseprozesses ist damit jedoch selten zu erreichen.

Unterstützend dazu und zur Verlangsamung des Prozesses können verschiedene Medikamente ins Gelenk injiziert werden.

Bei akutem Gelenkschmerz ( aktivierter Arthrose) wird zunächst ein cortisonhaltiges Medikament in Kombination mit einem örtlichen Betäubungsmittel ins Gelenk Injiziert.

Dadurch bekommt der Patient erst die Möglichkeit das Gelenk wieder zu beüben und einer krankengymnastischen Therapie zugänglich zu machen.

Nach Behebung des Akutschmerzes oder bei Gelenken, welche ohnehin nur unter Belastung schmerzen, ist es sinnvoll entweder soggenanntes Platelet Rich Plasma zu oder Hyaluronsäure zu injizieren.

Bei Platelet Rich Plama (z.B. Firma Arthrex ACP- autologes conditioniertes Plasma) handelt es sich um Wachstumsfaktoren, welche aus dem Blut des Patienten gewonnen werden.

Diese wirken entzündungshemmend und Wachstumstimulierend auf die Knorpelzellen.

Bei Hyaluronsäure handelt es sich auch um einen körpereigenen Stoff, welcher künstlich produziert wird und sich zwischen die verbliebenen Knorpelzellen lagert und Wasser bindet um so die Pufferwirkung des Knorpels wieder zu verbessern.

Grob kann gesagt werden, daß, je älter der Patient ist und je ausgeprägter die Arthrose, desto eher wird Hyaluronsäure angewandt. Gleiches gilt umgekehrt. Eine Kombination beider Präparate ist aufgrund Ihrer verschiedenen Eigenschaften manchmal sinnvoll.

Diese Medikamente unterbrechen den Teufelskreis aus Arthrose, dadurch Entzündung und wiederum Fortschreiten der Arthrose durch die Entzündung.

Manchmal ist es mit diesen Medikamenten möglich, den Schmerz und die Bewegungseinschränkung gänzlich für 1 bis 1,5 Jahre zu beenden.

Wachstumsfaktoren halten etwas länger und wirken dafür verzögert, währenddessen Hyaluronsäure ( GOON, SYNVISC und ähnliche) etwas schneller wirken, dafür aber kürzer.

Leider werden diese Medikamente nicht von den Kassen erstattet.

Bei richtiger Anwendung lohnt sich die nicht allzugroße Investition aber sicher.

Unterstützend oder allein kann zur Schmerzlinderung auch die Stoßwelle und Akkupunktur zur Anwendung kommen.

In diesem Zusammenhang seien auch Nahrungsergänzungsmittel und der Verzicht auf allzuviel Fleisch in der Nahrung erwähnt.

Auch alte Hausmittel, wie z.B. Quarkwickel ( Anleitung zu verschiedenen Umschlägen in meiner Praxis erhältlich) helfen gut.

Mit all diesen Therapieoptionen kann es unter Umständen gelingen dauerhaft eine Prothesenversorgung zu vermeiden.

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