Dr. med. Johannes Quercetti
Dr. med. Johannes Quercetti

Die Minimalinvasive Hüftprothese

 

Minimalinvasive Hüftendoprothetik bei Hüftgelenksarthrose oder Hüftkopfnekrose

 

Pro Jahr werden in der Bundesrepublik ca 220.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt.

In geübten Händen ist es wohl eine der erfolgreichsten orthopädischen Operationen.

Patienten, welche wegen einer Hüftgelenksarthrose nur noch so leistungsfähig waren wie ein schwer Herzkranker, können postoperativ wieder ein normales Leben mit sportlicher Aktivität führen.

Trotz aller Erfolge sollte man sich für eine Operation nicht leichtfertig entscheiden,

denn es gilt auch Risiken in Kauf zu nehmen.

Ich möchte Ihnen hier die häufigsten Fragen kurz und verständlich beantworten:

 

1. Was ist eine Hüftgelenksarthrose?

Bei einer Hüftgelenksarthrose ist die Lauffläche im Gelenk, d.h. der Gelenkknorpel abgenutzt. Dies verursacht Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

 

 

 

2. Wann ist der Zeitpunkt erreicht sich über eine Hüftprothese Gedanken zu machen?

Aus Operateurssicht ist der ideale Zeitpunkt dann gekommen, wenn Sie unter Schmerzen im Bereich der Hüfte leiden, aber noch nicht allzusehr in Ihrer Gehstrecke eingeschränkt sind.

Das hat den Vorteil, daß die Muskulatur am Oberschenkel noch gut erhalten ist, was erwarten läßt, daß Sie sich von dem Eingriff schneller erholen.

Aus Patientensicht ist es aber meistens so, daß wenn das für den Chirurgen ideale Stadium erreicht ist noch keine Bereitschaft für einen Eingriff besteht.

Das ist verständlich und gut. Lassen Sie sich nur dann operieren, wenn Sie selbst zu dem Schluß kommen, daß nun der Punkt erreicht ist, an dem Ihre Lebensqualität derart eingeschränkt ist, daß etwas geschehen muß.

Sie legen den Zeitpunkt Ihrer Operation fest. Außer der Tatsache, daß Sie sich von der Operation schneller erholen, wenn Sie sich im Idealstadium befinden, gibt es nur selten Gründe auf eine Operation zu drängen.

 

3. Was können Sie tun um einen Hüftgelenksersatz hinauszuzögern? – sämtliche Maßnahmen sollten kombiniert werden.

Krankengymnastik zum Erhalt der Hüftgelenksbeweglichkeit.

Tägliches Laufen.

Gewichtsabnahme.

Regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln.

Injektion von Hyaluronsäure  ins Gelenk.

Der Hyaluronsäure wird in der Presse stets Ihre Wirksamkeit in Bezug auf Knorpelwiederaufbau abgesprochen. Das stimmt. Aber auch wenn kein Knorpel wiederaufgebaut wird, so kommt es doch sehr oft zu einer deutlichen Schmerzlinderung, wodurch manchmal über Jahre eine Operation verzögert werden kann.

Injektion von Wachstumsfaktoren. Hier gilt ähnliches wie für die Hyaluronsäure, wobei hier in Verbindung mit Physiotherapie auf einen länger andauernden Erfolg gehofft werden darf.

Im akuten Stadium einer aktivierten Arthrose, bei der erhebliche Schmerzen bestehen, kann Cortison eingenommen oder ins Hüftgelenk injiziert werden.

 

4. Wenn alles nicht mehr hilft – wie funktioniert eine Hüftprothesenoperation

Das Prinzip der Hüftgelenksoperation ist stets gleich:

Über einen Schnitt meist seitlich über der Hüfte wird der Schenkelhals und der Hüftkopf entfernt. Die nun leere Gelenkpfanne wird mit einer Kugelfräse aufgefräst. Gerade soviel, damit diese eine komplett runde Form annimmt und die restlichen Knorpelanteile entfernt sind. Es wird dann in diese Höhlung eine Metallschale eingepresst. In die Metallschale wird eine Lauflager eingebracht. Entweder aus Keramik oder Polyethylen.

Der Schenkelhals wird durch einen Metallschaft ersetzt, welcher im Oberschenkel entweder mit Knochenzement oder zementfrei verankert wird. Auf diesen Schaft wird der Hüftkopf, entweder aus Metall oder Keramik aufgesetzt.

Dann erfolgt das Wiedereinrenken und zunähen.

Diese Operation kann grundsätzlich über einen konventionellen Operationszugang oder über einen minimalinvasiven Zugang erfolgen.

Abweichend vom Normalfall führe ich den Eingriff minimalinvasiv durch. Ich durchtrenne keine Muskeln, sondern gehe durch anatomische Muskellücken hindurch. Dies bedeutet für Sie einen kleineren Schnitt, keine Muskelverletzung, dadurch weniger Blutverlust und schnellere Erholung. Eine Bluttransfusion ist sehr selten erforderlich.

 

Röntgenbild vor der Operation, ausgeprägte Hüftgelenksarthrose

Typ Kellgren-Lawrence 4

Planung der Operation am Computer

Röntgenbild nach eingesetzter Hüftgelenksprothese

 

5. Wo liegt der Unterschied zwischen minimalinvasiver Hüftgelenksendoprothetik und konventioneller Hüftgelenksendoprothetik?

Ein kleiner Schnitt ist nicht gleichzusetzen mit einer minimalinvasiven Operation. Der Schnitt ist jedoch trotzdem in der Regel kleiner.

Minimalinvasiv bedeutet, daß unter der Hautoberfläche keine Strukturen, insbesondere keine Muskeln geschädigt werden. Es kommt zu keinem Absterben von Hüftmuskulatur durch operative Schädigung.  Dadurch entsteht weniger Blutverlust und es kommt zu einer  schnelleren Erholung vom Eingriff. Eine Bluttransfusion ist nur noch sehr selten erforderlich. Insofern ist die Operationsmethode auch sehr gut für Zeugen Jehovas, welche eine Bluttransfusion ablehnen, geeignet.

Dies ist bei dem durch mich durchgeführten Zugang gewährleistet. Insgesamt dauert die Operation dadurch etwas länger, da die Vorbereitungen und die Lagerungsweise aufwändiger sind.

Auch die schonende Präparation erfordert mehr Zeit. Es ist aber die Zeit wert, da es dem Patienten, wie in ausgiebigen Untersuchungen bewiesen, einen lebenslangen Vorteil verschafft.

In der untenstehenden Abbildung sehen Sie einen gezeichneten Querschnitt durch das Hüftgelenk.

Der blaue Pfeil zeigt den Operationszugang durch die vorbestehenden natürlichen Muskellücken.

 

6. Welche Risiken birgt die Hüftgelenksoperation?

Protheseninfektion ca 1% im bundesweiten Durchschnitt, wobei hier auch sehr kranke Patienten in der Statistik berücksichtigt werden. Beim Normalpatienten liegt der Durchschnitt deutlich niedriger.

Ausrenkung der Prothese. 1% bundesweit.

Nervenverletzung – geringes Risiko

 

7. Wann sollte eine Operation auf keinen Fall durchgeführt werden?

Eine Operation ist ausgeschlossen bei akuten Entzündungen wie z.B. Nagelumlauf, Zahninfekten, Analfisteln, Wundrose und Ähnlichem.

Eine Blutverdünnung sollte vorher abgesetzt werden.

 Aspirineinnahme ist unproblematisch.

 

8. Was passiert im Anschluß an die Operation?

Im Anschluß an die Operation sind Sie nicht bettlägrig.

Mit Hilfe können Sie auch am Abend nach der Operation  die Toilette besuchen.

Sie müssen nicht zwangsweise auf dem Rücken liegen. Sie können auch auf der Seite schlafen.

Spätestens am Tag nach der Operation können Sie sich selbstständig bewegen.

Ihr Aufenthalt im Paracelsuskrankenhaus Ruit beträgt in der Regel zehn Tage, wenn Sie nicht so lange bleiben möchten, entlassen wir auch gerne früher.

Entlassen wird nur bei trockenen unauffälligen Wundverhältnissen und beschwerdearmem Patient.

Direkt im Anschluß werden Sie zur Rehaklinik Ihrer Wahl gebracht. Dies wird von den Sozialarbeiterinnen im Hause für Sie organisiert.

 

9. Wie lange werde ich auf Gehilfen angewiesen sein?

Sie sind nur wenige Tage nach der Operation direkt auf Gehhilfen angewiesen.Teilzementierte Prothesen dürfen theoretisch gleich nach der Operation voll belastet werden.

Zu Ihrem Schutz sollten Sie jedoch 6 Wochen lang Gehilfen benutzen.

Nicht zementierte Prothesen sollten erst nach 6 Wochen voll belastet werden,

da es so zu einem besseren Einwachsverhalten kommt.

Also auch hier - 6 Wochen Gehhilfen.

 

10. Welche Aktivitäten kann ich meiner Hüftprothese zumuten?

Nach Beendigung der Einheilungsphase von 16 Wochen können Sie prinzipiell alles tun.Inclusive Skifahren. Etwas Vorsicht würde aber nicht schaden.

 

11. Wie ist der Ablauf bei Operation im Zertifizierten Endoprothesenzentrum Paracelsuskrankenhaus Ruit Ostfildern?

Sie werden in meiner Praxis untersucht, ich stelle die Indikation und melde Sie in Ruit zur Aufnahme an. Der Aufnahmetermin ist ein Tag vor der Operation.

An diesem Tag werden Röntgenaufnahmen, EKG und Bluttests durchgeführt. Zusätzlich werden Sie vom Narkosearzt untersucht und über die Narkose aufgeklärt.

Am nächsten Tag werde ich Sie operieren und besuche Sie an den Folgetagen. Unabhängig davon sind Sie aber  grundsätzlich ein Patient der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, deren langjähriger Oberarzt ich war und werden wie jeder andere Abteilungspatient rund um die Uhr versorgt. Tägliche Visiten, Oberarzt und Chefvisite. Im Prinzip bin ich in der Nachbehandlung entbehrlich.

Die häufig gestellte Frage – was ist, wenn ich ein Problem habe und mein Operateur ist nicht da? – entfällt dadurch. Sie sind Tag und Nacht versorgt!

 

11. Was spricht für eine Operation durch mich?

Sie sind keine anonyme Nummer und kennen Ihren Operateur. Es wird nicht die erste Lernhüfte sein die Ihr Operateur durchführt.

Ihr Operateur hat jahrelange operative Erfahrung u.a. mit ca 2100 Hüfteingriffen.

Ich operiere konsequent in minimalinvasiver Technik und nehme mir Zeit.

Bei Problemen haben Sie einen direkten Ansprechpartner. Die Nachbehandlung läuft – auf Wunsch- wieder über meine Praxis.

Sie können mich jederzeit über mein Privathandy erreichen.

Die Abteilung für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie am Paracelsus Krankenhaus Ruit ist ein zertifiziertes Endoprothesenzentrum.

Alle Abläufe sind standardisiert.

Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.

 

Wichtig: Die Operation wird vollständig von den Kassen übernommen.

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© Dr. med. Johannes Quercetti