Dr. med. Johannes Quercetti
Dr. med. Johannes Quercetti

Die Steigerung der Minimalinvasivität: AMIS

Die minimalinvasive Hüfte in AMIS-Technik

 

Die auf den vorhergehenden Seiten beschriebene und von mir seit vielen Jahren durchgeführte Minimalinvasive Methode der Hüftgelenksprothesenimplantation ist ganz klar sicher und bewährt und wird mittlerweile von 20% aller deutschen Kliniken in der einen oder anderen Variation durchgeführt.

 

Trotzdem habe ich mich in den letzten Jahren nach einer noch besseren Methode umgeschaut und bin dabei auf die AMIS OP Technik gestoßen.

Ich habe mir diese Technik bei Hospitationen in Frankreich, der Schweiz, München und Freiburg angeeignet.

 

AMIS bedeutet Anterior Minimal Invasive Surgery.

 

Letzlich geht die AMIS Methode auf den deutschen Chirurgen Karl Hueter ( 1838 - 1882 ) zurück, welcher den operativen vorderen Zugang zum Hüftgelenk erstmals beschrieb.

 

Dieser Zugang war für die nächsten 50 Jahre der Standardzugang zum Hüftgelenk und geriet erst dann in Vergessenheit, als einfacher zu realisierende Zugänge zum Hüftgelenk entwickelt wurden.

So z.B. nach Bauer, Hardinge, Watson Jones. Sämtlich haben diese jedoch die Eigenschaft der Muskelschädigung.

 

In den 80 er und 90 er Jahren war der AMIS oder Hueter Zugang nur noch in Paris verbreitet.

 

1996 dann, entwickelte der französische Chirurg Frederic Laude einen speziellen orthopädischen Operationstisch, welcher es ermöglichte den AMIS Zugang mit weniger Aufwand durchzuführen.

 

Heute ist der AMIS Zugang wieder weit verbreitet und wird in sehr vielen Kliniken in der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und Großbritannien, sowie der USA und Australien durchgeführt. Darunter vielen Universitätskliniken, z.B. Uni München und Zürich.

 

In Deutschland verbreitet sich die Technik zunehmend.

 

 

Die erste Frage an dieser Stelle ist natürlich - wenn der Zugang so toll ist, warum machen das dann nicht alle so?

 

Antwort:

 

Die Lagerung ist etwas zeitaufwendiger - nicht die Operation ansich - dadurch ist die AMIS OP für Kliniken, welche " Hüften am Fließband" produzieren nicht geeignet.

 

Zudem ist die Methode etwas teurer, d.h. es verbleibt etwas weniger

vom OP Erlös bei der Klinik.

In der heutigen Zeit fast ein k.o. Kriterium.

Global gesehen sind die Kosten jedoch geringer, da der Rehabilitationsbedarf und die Krankheitsdauer sinken.

 

Letztlich ist der Eingriff auch nicht ganz einfach zu lernen und die Umstellung bedarf eines geweissen Engagements.

 

Da ich als Niedergelassener nur auf Qualität bauen kann, ich Spaß an der Arbeit habe und keine Massenproduktion benötige, noch anstrebe, kann ich mir den etwas erhöhten Zeitaufwand zum Wohle des Patienten leisten.

 

Meine ehemalige Klinik, das Paracelsus Krankenhaus Ruit , unterstützt mich dabei.

 

Die Abteilung für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie ist ein Zertifiziertes Endoprothetik Zentrum.

Sämtliche Eingriffe führe ich dort durch.

Im Folgenden ist die AMIS-Technik näher beschrieben:

Anterior Minimal Invasive Surgery

 

Der operative Zugang erfolgt hierbei über einen ca. 8 - 10 cm langen Längsschnitt

nahe der Leiste, also von Vorne.

 

Besonderheit des Verfahrens ist, dass eine spezielle Lagerungsschiene für das zu operierende Bein verwendet wird, sodaß bestimmte standardisierte Einstellungen möglich sind, welche den o.g. Zugang vereinfachen.

 

 

Wo liegt der Vorteil?

 

Beim vorderen Zugang muß lediglich ein schlauchförmiger Muskel, der Tensor Fasciae Latae Stumpf zur Seite gedrückt werden. Eine Beschädigung kann dadurch praktisch ausgeschlossen werden.

Weitere Muskelbewegungen sind nicht erforderlich.

Zur Implantation können sämtliche gängigen Prothesentypen verwendet werden. Zementiert und unzementiert.

Querschnitt durch die Hüftregion auf Höhe des großen Rollhügels

Letztlich bedeutet das:

 

Kürzerer Krankenhausaufenthalt

 

Kleinere Narbe, weniger Weichteilschaden, dadurch geringeres Infektrisiko

 

Schnellere Rehabilitation

 

Verminderung der postoperativen Schmerzen

 

Kein Hinken im Langzeitverlauf , bessere Langzeitergebnisse

 

Bessere Beweglichkeit

 

Reduzierter Blutverlust

 

Praktisch kein Ausrenkrisiko

 

Schnellere Rückkehr zu täglichen Aktivitäten

 

Die spezielle Lagerung ermöglicht zudem die ständige Röntgenkontrolle, wenn erforderlich, was die Sicherheit der Implantation wesentlich erhöht.

 

 

Vorausetzungen:

 

Keine Durchblutungsstörungen an den Beinen

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